"Rosmini und die deutsche Philosophie" ist ein Projekt von Prof. Markus Krienke, das im Jahr 2005 mit einer internationalen Tagung am Comer See seinen Beginn nahm. Hierbei erwies sich, dass dieses Thema nicht nur ein Spezialthema der Rosminiforschung darstellt, sondern von allgemeinem kultur- und geistesgeschichtlichen Interesse für die Zeit der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert im deutsch-italienischen Kulturbereich ist.
Gleichzeitig wollte die Tagung einen Paradigmenwechsel in der Rosminiforschung initiieren. Dazu stellte sie bereits im Titel das entscheidende theoretische Moment seines Denkens vor, das man berücksichtigen muss, um nicht nur die "Modernität" , sondern auch die aktuelle Relevanz des Rosminischen Denkens zu bewerten. Gerade die Frage der Auseinandersetzung Rosminis mit Kant und dem Idealismus stand nicht umsonst bereits im Mittelpunkt der Auseinandersetzung Rosminis mit seinen Zeitgenossen, sondern war auch Zentralthema seiner Wirkungsgeschichte in der italienischen Philosophie bzw. in Theologie und Kirchenpolitik. Deren Bewertung bestimmte die posthume Verurteilung Rosminis im Jahr 1888 sowie die Neubewertung seines Denkens seit der Mitte des 20. Jahrhunderts; sie stand im Hintergrund der Erwähnung Rosminis in der Enzyklika "Fides et Ratio" und wurde zur Zentralfrage der Rehabilitierungsnote 2001.
Diese "Wirkungsgeschichte" lässt sich in drei Phasen einteilen. Jede dieser Phasen ist durch ein spezifisches interpretatives Vorverständnis dieser Frage des Verhältnisses Rosminis zu Kant und dem Idealismus geprägt. Die Tagung im Jahr 2005 "Rosmini und die deutsche Philosophie" bezeichnet demgegenüber einen Paradigmenwechsel, indem sie solche Vorverständnisse aufzeigt und zu überwinden sucht. Gerade die Neujustierung der Fragestellung präsentiert damit das Denken Rosminis in einer neuen Relevanz für Philosophie und Theologie des 21. Jahrhunderts. Damit ist eine neue, "vierte Phase" initiiert, zu deren Promotor sich das Projekt "Rosmini und die deutsche Philosophie" macht. Die Tagung stellt damit keinen Abschluss dar, sondern am Beginn einer Epoche. Mit der epistemologischen Justierung dieser neuen Epoche, mit der Auslotung von Bedeutung und Grundlagen einer solchen Neuinterpretation beschäftigt sich die "Cattedra Antonio Rosmini" in Lugano.
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